Biennale Internazionale dell’Arte Contemporanea, Città di Firenze - ItaliaSie haben gewonnen...Als ich im vor vielen Jahren die Einladung zur Teilnahme erhielt, war ich erst einmal skeptisch. Ich überprüfte die Adresse, es war kein Spam. Daraufhin las ich die Einladung genau. Ein internationales Komitee hatte mich ausgewählt, unter den besten Künstlern der Welt auszustellen. Die Einladung war geschickt aufgemacht. Sie erweckte in der Tat den Eindruck, dass es sich sich um eine "Auswahl" der besten Künstler handelte. Sogar der UN-Generalsekretär wurde zitiert, lediglich der Papst fehlte. Die Realität ist einfacher: Wer eine Homepage hat, wird eingeladen, und wer davon hört, kann sich einkaufen. Jeder kann nach Florenz gehen, das ist der Zweck der Sache. Es ist der Jahrmarkt der Eitelkeit. Das Geschäft mit der Eitelkeit blüht, es fanden in dem besagten Jahr 891 Künstler hin. Jeder stellte einige Bilder aus, es ist nicht schwer, sich diesen Overkill auszumalen. Man darf wohl annehmen, dass jederzeit mehr Aussteller als Besucher da waren. Außer dem olympischen Gedanken kann einen als Aussteller nur mehr die Eitelkeit hintreiben, denn sowohl künstlerisch als auch kommerziell ist dieses Ereignis unbedeutend. Während der Vorbereitung dämmerte mir das, spät, aber doch. Ich ersparte mir die Teilnahme, ein Freund nahm meine Bilder mit. Er berichtete mir von Chaos. Die Zufahrt war abgesperrt, die meisten Künstler parkten weitab und transportierten ihre Exponate mit dem Taxi an. Am Gelände gab es einen großen Parkplatz, aber nur für die Veranstalter. Er war fast leer. Simmering-KapfenbergSimmering/Kapfenberg, das ist Brutalität, meinte seinerzeit der ahnungslose Qualtinger. Er hätte Florenz sehen sollen. Um die Ketten (zum Aufhängen der Bilder) wurde erbittert gekämpft, als sie endlich ausgegeben wurden. Leitern gab es nicht, Künstler, die sich Stühle ausleihen wollten wurden eines Besseren belehrt. Dazwischen patrouillierten die Leute von der Sicherheit, ausstaffiert wie Polizisten in der Bronx. Am Freitag war die Halle nicht fertig, gleichwohl waren die meisten gemäß Zeitplan an diesem Tag angereist. Samstag um 15:00 war Aufbauschluss, bei der Vernissage um 17:00 lag noch jede Menge Müll herum. Vermutlich haben dann doch noch ein paar Interessierte die Ausstellung gefunden. Bei dem Überschuss an Ausstellern, nämlich 891, werden sie aber keine Übersicht gewonnen haben. Was bleibt von der Biennale? Der Katalog. Ein dickes Buch, das von jedem Künstler ein Werk enthält. Außer den Teilnehmern wird das keiner ansehen, und hunderte von Seiten studiert man nicht. Ich habe es weggeworfen, mit allen Belegen und allem Drum und Dran. Reinhard Kocznar |
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