Zonensystem und Digitalfotografie |
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Hat das Zonensystem im Digitalzeitalter noch eine Existenzberechtigung?![]() Für den, der das Zonensystem verwendet, stellt sich diese Frage sowieso nicht, aber sie wird häufig diskutiert. Ich habe einige dieser Diskussionen verfolgt, die ich durch Zugriffe auf meine Seite zum Zonensystem von Ansel Adams gefunden habe. Ein häufig zu findender Einwand ist der, dass es zu kompliziert ist. Das Gegenteil ist der Fall, es vereinfacht die Arbeit mit der Kamera erheblich. Man muss sich nur in Erinnerung rufen, wozu es dient: zur Steuerung der Belichtung. Paradoxerweise gewinnt es durch die Digitalfotografie sogar an Bedeutung, und zwar aus zwei Gründen:
Ich selbst verwende das Zonensystem auch in der Farbfotografie. Es ist nicht schwierig, den entsprechenden Bildausschnitt einfach nach der Helligkeit zu beurteilen. Wenn die Richtzone festgelegt ist, können die anderen Helligkeitswerte leicht bestimmt werden. VereinfachungDer Vorteil des Zonensystems bleibt erhalten, er liegt in der Vereinfachung. Es gibt nach wie vor zehn Zonen, von Schwarz bis Weiß. Das ist leicht zu überblicken. Das Zonensystem wurde aus der Sensitometrie entwickelt. Generationen von Fotografen haben Filme getestet und Schwärzungskurven angelegt. Ich selbst habe das nie getan und das Zonensystem nur zur Klärung der Lichtverhältnisse, zum Bestimmen oder Bewältigen des Kontrasts und zur Abstimmung der Tonwerte verwendet, also für das Resultat. Kein Mensch hat jemals bei einem meiner Bilder verlangt, dass ich die Graukarte dazu lege, um die Zone V damit vergleichen zu können. Alte Regeln neu interpretierenAuf den Nutzen des Zonensystems zu verzichten, nur weil man mit der Digitalkamera keine Filme mehr testen kann, kommt mir vor wie eine Geschichte, die ich vor Jahren gelesen habe: Die US-Army beauftragte im Zweiten Weltkrieg ein Beratungsunternehmen, um die Feuergeschwindigkeit der Artillerie zu erhöhen. Die Berater sahen sich das Verfahren an und stellten fest, dass die Geschützbedienung vor dem Abfeuern geschlossen einen Schritt zurück trat. Auf die Frage, warum sie das taten, erfuhren sie, dass es so in der Dienstanweisung stünde. Die Berater suchten so lange, bis sie den Ausgangspunkt fanden, und der lag fast hundert Jahre zurück. Damals wurden die Geschütze von Pferden gezogen. Damit die Pferde beim Knall nicht davonliefen, musste die Mannschaft zurücktreten und sie am Zügel halten. Die Bestimmung war in der Anweisung einfach fortgeschrieben worden, von Auflage zu Auflage. Keiner hatte darüber nachgedacht, nur sie befolgt.
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