available light - künstlerische Fotografie
Reinhard Kocznar • künstlerische Fotografie

Das shooting...

Die klassische Methode...

...in Manets berühmtem Bild vom shooting Maximilians. Die Methode war nicht nur bei den Betroffenen unpopulär. Auch unter den Beteiligten dürfte ihr breitere Wertschätzung versagt geblieben sein, denn die Augenbinde der Delinquenten diente vor allem dem Schutz der Ausführenden.

Diese Methode kann heute als abgeschafft betrachtet werden.

Eine sportliche Variante

Dieses Ergebnis habe ich mit dem M40 auf 100 Meter erzielt, gleich die erste Serie saß gut.

So eine Schießung kommt ohne Augenbinde aus, es geht dabei um Konzentration und Präzision.

Die Methode ist nicht destruktiv und bringt je nach persönlicher Verfassung reproduzierbare Ergebnisse. Basis der Emission ist die .308 Winchester-Patrone, V0 785 m/s.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass bei jeder Schießung etwas emittiert wird, vor allem das Projektil. Dorthin, wo man zielt, steht besser niemand. Zumindest als Sportschütze achtet man darauf, dass dort nur die Scheibe steht und nichts anderes.


Noch einmal Manet, finales Ergebnis

Interessanterweise wird derselbe Begriff - die Schießung - auch in der Fotografie verwendet, obwohl das Resultat der Schießung nicht ermutigend ist. Wenngleich im nebenstehenden Bild die Ursache ein Toro war ist das Ergebnis vergleichbar. Nach dem shooting tritt ein Erbleichen oder Erblassen ein, woher auch der Begriff "Erblasser" kommt.

Der finale Charakter einer Schießung erschwert den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses erheblich. Das Model ist nicht wieder verwendbar.

 

Fotografie, die emissionsfreie Zone

Da ich Sportschütze und zugleich Fotograf bin, fiel mir ein weiterer Aspekt - die unterschiedliche Richtung von Projektil und Licht - sofort ins Auge. Wenngleich Auslöser und Abzug als verbindende Klammer gewertet werden können, liegen hier doch erhebliche Unterschiede vor.

Fotografie ist ein Akt der Rezeption, man nimmt etwas auf. Dass der Akt gleichwohl ernsthaft ist, steht fest.

Sein oder nicht sein

...das ist noch immer die Frage. Sie muss mit allem notwendigen Ernst angegangen werden. Im Bild rechts ist das unschwer zu erkennen. Das rätselhafte Mona-Lisa-Lächeln täuscht nur zu leicht darüber hinweg.

Auch die Farben sind lebensfroher als bei der klassischen Methode.

Fotografie im Tageslichtstudio. Minimale CO2-Produktion, geringer ökologischer Fußabdruck.

  • Models: Barbara* und Irene*
  • Kamera: Nikon D 70*
  • Spotbelichtungsmesser: Asahi Pentax*
  • Graukarte: Kodak*
  • Schuhmarke: Carina*
  • verwendetes Projektil: Sektkorken**

Legende: * wiederverwendbar ** Einwegprodukte