available light - künstlerische Fotografie
Reinhard Kocznar • künstlerische Fotografie

Vermeiden Sie Gegenlicht

Diesen Ratschlag lese ich öfter, und ich habe mir längst das Staunen darüber abgewöhnt. Er ist Unsinn. Gegenlicht ist das schwierigste, aber das interessanteste Licht. Nichts macht ein Bild so lebendig wie Gegenlicht. Alles wird plastisch, Figuren oder Gegenstände durch Lichtsäume belebt, der Raum erhält Tiefe.

Gegenlicht ist wunderbares Licht. Allerdings ist der integrierte Belichtungsmesser damit überfordert.

Available Light
Zonensystem
Spotbelichtungsmesser und Zonensystem
Zonensystem und Digitalfotografie
Bildgestaltung
Die Kamera
Empfindlichkeit
Auswirkung der Brennweite
Gegenlicht
Beispiele
Fotografische Rezepte
Digitale Spielereien...
Digitale Beispiele
Shooting
Operatoren
Pudding 2.0
Sonnenstände
• • •
Augen zu
Die Biennale
Der Sündenfall

Von Anspruchsvoll bis Einfach...

Dieses Bild ist technisch anspruchsvoll. Die integrierte Belichtungsmessung scheitert hier.

Der Apparat kann nicht mehr, als einen Durchschnitt zu berechnen. Bei solchen Kontrasten ist der Durchschnitt wertlos. Auch die Mittenbetonung hilft da nicht weiter. Letztlich ist nicht schade darum, denn vor allem steht immer noch: Erkennen, Isolieren, Komponieren.

Mit dem Zonensystem war es zwar aufwändig, aber technisch zu bewerkstelligen. Die zweite Hälfte der Arbeit erfolgte in der Dunkelkammer mit Abwedeln und Nachbelichten.

Alte Brücke in der Sillschlucht

Anspruchsvoll, die zweite. Auf dem Original kommen die Büsche links oben in Zone III, also gerade noch durchgezeichnet, natürlich auch die Brücke. Der Gischt in der Mitte liegt in Zone VIII, auch noch durchgezeichnet.

Als Richtzone habe ich III gewählt, am unteren Ende der Skala, die noch gut erkennbare Zeichnung hat.

Auch dieses Bild entstand mit dem Zonensystem und dem Spotbelichtungsmesser und erforderte einige Arbeit im Labor.

Ohne Gegenlicht gäbe die Szene aber gar nichts her.

Die Brücke gibt es nicht mehr,  sie wurde zeitgemäß durch eine praktische und abwaschbare Lösung ersetzt.

 

Ein einfacher Weg

Zonensystem für Gebrauchsbilder mit der Digi

Pfau im Schlosspark Ambras, Herbst 2009.

Mit der Nikon D 70. Wenn man im Zonensystem denkt, hat man das Bildfeld schon in Helligkeiten eingeteilt, bevor man die Kamera ansetzt. Dass die sonnenbestrahlten Bäume nicht über Zone VIII rutschen würden war klar, also konnte mit einer Mittenbetonung wenig schief gehen.

Die Überlegung geht von Zone V in der Mitte aus. Das ist selten der Fall, etwa hier, man muss eben nachbearbeiten. Das muss man für ein brauchbares Bild immer.

Man kann den integrierten Belichtungsmesser der D 70, so wie bei allen brauchbaren Kameras, auch auf 1o Messwinkel einstellen. Das ist zwar nicht so komfortabel wie bei einem externen Spotbelichtungsmesser, ermöglicht aber exakte Ergebnisse.  

Bordmittel

Auch mit Bordmitteln und Improvisation lässt sich einiges erreichen.

Aufheller?

Ich verwende grundsätzlich keine. Mit dem Zonensystem sind sie schlicht überflüssig.

Die Lichtsäume werden in Studios nachgestellt und wirken doch nie lebendig. Hier sind sie echt.

Die Struktur der Mauer am Teich und des Daches kommen in der tiefen Sonne gut heraus.

Eine tief stehende Sonne macht die Umgebung plastisch. Frühaufsteher können das auch morgens machen. Die Mittagszeit ist die schlechteste Zeit, um zu fotografieren.