Bildgestaltung |
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Ein Bild bewusst gestaltenDas Bild entsteht im Kopf. Es will geplant sein, noch bevor der Fotoapparat zur Hand genommen wird. Drei Schritte, bewusst ausgeführt, unterscheiden ein zufälliges Bild von einem gewünschten. |
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![]() Frecce Tricolori, Zuschauer ErkennenDas klingt trivial, ist es aber nicht. Man sieht, was vor den Augen ist. Das erfordert Beobachten. Beobachten setzt Distanz voraus, ein Beobachter ist nicht Teilnehmer. Man dokumentiert aber auch einen Augenblick. Ist der Augenblick nicht wert, dokumentiert zu werden, unterlässt man auch das Aufnehmen des Bildes. Auch ein Schnappschuss erfordert Beobachten. Man sieht, wie sich eine Situation entwickelt, antizipiert den entscheidenden Augenblick und legt gleichzeitig Bildausschnitt, Blende und Belichtungszeit fest. Wenn es so weit ist, ist man bereit und löst aus. Der Meister des "Entscheidenden Augenblicks" ist Cartier-Bresson. |
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![]() Wörthersee IsolierenDas Motiv wird (im Kopf) von der Umgebung isoliert. Daraus ergibt sich auch der Bildausschnitt oder später der Rahmen. Das Auge kennt keinen Rahmen, der Blick schweift umher, von zahlreichen und ständig wechselnden Parametern gesteuert. Die Welt besteht natürlich nicht aus Rechtecken. Die Szene muss aber dennoch in einem Platz finden. Das Leben, sagte Mark Twain, ist der Sturm der Gedanken, der in unserem Kopf tobt. Hier brauchen wir Windstille. |
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![]() Trisannabrücke, Schloss Wiesberg KomponierenNun wird Ordnung in das Bild gebracht. Für den richtigen Standort musste ich eine Weile suchen. Ich wartete, bis kein Auto kam und löste aus. Die Streifen der Scheinwerfer hätten die Stimmung zerstört. Personen und/oder Gegenstände werden arrangiert, der Bildausschnitt durch Wahl eines veränderten Kamerastandortes sowie durch Wahl der Brennweite angepasst. Unerlässlich ist das Arrangieren in jedem Fall, besonders schlimme Folgen hat das Unterlassen aber bei der Verwendung von kurzen Brennweiten, den sogenannten Weitwinkelobjektiven. Danach beginnt das Ausmessen des Bildfeldes und Festlegen von Blendenstufe und Belichtungszeit nach dem Zonensystem.
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An einem Foto soll man nach Alfred Stieglitz erkennen, was der Fotograf gesehen und empfunden hat, als er auf den Auslöser
drückte. Eine Automatik oder ein Assistent kann einem das nicht abnehmen.
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